Erfahrungsberichte Trauma-Auflösung



Anja
Lieber Beat, ich danke dir aus tiefstem Herzen für alles, was ich von dir empfangen durfte und ich danke mir, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Ich denke, dass ich wieder einmal geführt wurde, zum richtigen Menschen zur richtigen Zeit.
     Es hat mich ganz, ganz  tief berührt und es arbeitet noch sehr in mir. Und ich habe so viel mitnehmen können und ich staune weiter, was alles für Erkenntnisse hochkommen. Du hattest zu Beginn zu mir gesagt: ich könne nichts Neues lernen, alles ist schon in mir enthalten. Und nun kommen so leicht so viele Selbsterkenntnisse hoch… Und während ich dir dies schreibe, kommen immer wieder noch tiefer sitzende Anteile hoch, die endlich erlöst werden wollen.
     Beim nach Hause fahren wählte ich die erste Klasse, um in Ruhe das Erlebte nochmals nachklingen zu lassen und die Trauer zu spüren, die hochkam. Da aber auch dieses Abteil voll war, blieben die Tränen in den Augenwinkeln stecken. Gut, konnte ich den Ringfinger halten, der die Trauer abdeckt… Ja, sie wollte dann doch nicht hochkommen und ich dachte allgemein darüber nach, wann ich weinen konnte. Ich hatte in meinem Leben sehr viel geweint und in den letzten Jahren blieben diese Tränen  weg. Früher hatte ich keine Kontrolle über meine Tränen, und es waren Tränen eines Opfers. Heute kommen sie bei einer Beerdigung oder bei einem schönen Film, wenn ich berührt bin.
     Das plötzliche Auftauchen des Missbrauches hast du vor mir wahrgenommen. Achtsam und sehr feinfühlig hast du mich in Richtung Heilung geführt. Ja, das Auftauchen des Missbrauchs war wirklich ein Geschenk! Du hast aber gut gespürt, dass ich wohl schnell darüber hinweggehen wollte. Danke, dass du mir klar gemacht hast, dass dies wirklich ein grosses Geschenk und etwas sehr Wichtiges ist, das nicht mehr übergangen werden will. Ich spüre nachträglich, dass ich dem Schmerz und all den negativen Gefühlen ausweichen wollte. Ich wollte in dieser Hingabe und Massage bleiben und noch weiter geniessen... Dieses Thema ‹Ausweichen› ist mir im Moment sehr präsent, grad vor einigen Tagen wollte ich auch den Schmerz verhindern. Aber es ist mir bewusst, dass ich, wenn ich wirklich leben will, durch all diese Gefühle durch muss. So war ich für kurze Zeit nach dem Auftauchen des  Missbrauchs wirklich sehr, sehr müde.
     Und Du machtest mir bewusst, dass
–  ich mein Leben gerettet habe
–  ich bewusst ‹Stopp!› gesagt hatte
    (wenn auch noch leicht verzögert und zaghaft)
–  ich nun immer die Wahl habe, zu entscheiden, d.h. die Verantwortung
    ganz übernehmen kann
Ja, auch wenn ich es als Baby erlebt habe, es hat mir in meinem Leben doch Fesseln angelegt. Diese Fesseln möchte ich nun gerne lösen, die Zeit scheint reif dafür zu sein. Ich komme wohl nicht darum herum, dieses Trauma wirklich grundlegend zu heilen. Es ist nicht etwas, das halt einfach schnell passiert ist, quasi so nebenbei, sondern mein Leben bestimmt hat und noch bestimmt. In kleinen Schritten werde ich mir das immer mehr bewusst. Mein altes Muster, auf die Zähne zu beissen, es nicht allzu ernst nehmen und dann geht es schon, greift nicht mehr.
     Im Nachgespräch hast du mich auf ein Muster von mir aufmerksam gemacht: Mein ‹Licht unter den Scheffel stellen› oder ‹mich klein machen› ist ein altes Thema, dass ich bisher nie ernsthaft angegangen bin. Wie du mir dann gesagt hast, dass wir alle nicht vor der Dunkelheit, sondern vor unserem eigenen Licht Angst haben, kam mir Nelson Mandelas Rede in den Sinn. Schön, gibt mir das Leben immer wieder Gelegenheiten, daran zu üben…
     Meine Reise in die Wüste vor einem Jahr hat wirklich mein ganzes Leben in Bewegung gebracht und mich durch viele Zwischenschritte zu euch gebracht. Ich beginne wirklich das Leben zu lieben, und bei diesem Gedanken kommen mir die Tränen.
     Du hast mir auch viele wertvolle Informationen mitgegeben, aber die hat mein Gedächtnis leider gekübelt. Diesmal wollten meine Sinne das Sagen haben. Mein Gehirn, das sonst immer versessen ist, Neues zu erfahren um wieder etwas gescheiter zu werden, hat nichts gespeichert!! Doch etwas hat es behalten: dass die SE-Therapieform mir helfen würde, meine alte Verletzung in meinem System endgültig zu heilen.
     Noch etwas hat mich sehr berührt und arbeitet stark in mir: deine Aussage, ich sei eine reife Frau! Bisher sah ich mich immer noch als Mädchen. Ich wollte reifen, aber irgendwie gelang es mir nicht, oder ich meinte es wenigstens. Und nun versuche ich, deine Aussage mit mir zu verbinden – ich bin eine reife Frau, genauso wie ich bin!!! Wowh, welche Kraft steht dahinter! Was aber macht eigentlich eine reife Frau aus??
     Nach so einem tiefen Erlebnis wäre es mein Wunsch, mich in die Stille zurückzuziehen. Es bewegt sich so viel in mir und alles ist so kostbar, dass es mir wirklich wert ist, all das zu Verinnerlichen. Aber ich kann  ja nicht einfach flüchten. Du hast mir dann geantwortet, dass es auch die effektivere Wahl gebe, alles aktiv in den Alltag zu integrieren.
     Ich war für die detaillierten Infos auf eurer Internetseite dankbar, besonders, weil ich mit der Eingebung, zu euch zu kommen, erst schwanger gehen musste. Schon für meine Wüstenreise ging ich mit meinem Wunsch schwanger – 15 Jahre lang! Diesmal genügten 7 Monate! Und so konnte ich in dieser Zeit immer wieder mal die Webseite aufsuchen und fand diese oder jene Info oder las einfach wieder das, was ich schon wusste, einfach zu meiner Sicherheit.
     Zum Thema Mut: Ich habe in meinem Leben viel gemacht, um mir einfach zu beweisen, dass ich auch jemand bin und um von den anderen bewundert zu werden. Aber den wirklichen Mut, einfach zu mir zu stehen, den beginne ich erst jetzt zu testen und daran zu arbeiten. Im Nachhinein gesehen brauchte ich gar keinen Mut, um mit dir dieses Ritual zu machen. Und für diesen Schritt wurde ich erst noch tausendfach belohnt! Ich muss aber hinzufügen, dass du es mir auch sehr leicht gemacht hast. Es ist dir gelungen, sofort ein gewisses Vertrauen herzustellen, und vielleicht hat der heilige Raum das Seine auch dazu beigetragen.
     Nach der Meditation durfte ich den Emocean Tanz kennenlernen, und ich wäre noch gerne länger in diesen feinen Bewegungen geblieben. Nach nochmaliger Stille kam dann der dritte Teil. Und ich konnte wohl dank deiner Massage und dem wunderbaren warmen Öl meine Gedanken einfach beiseite legen. Gemerkt habe ich das aber erst im Nachhinein. Ohne Mühe habe ich meine Aufmerksamkeit auf die Massage gelenkt.
     Beobachtungen, körperliche Veränderungen, die ich an mir seit deiner Behandlung gemacht habe, gibt es nicht viele:
–  Am gleichen Abend begann eine kleine vaginale Blutung, obwohl ich
    meine Tage erst vor 14 Tagen hatte. Wie du mir erklärtest, kann dies
    geschehen, wenn eine Deblockierung in der Yoni geschehen ist.
–  Meine Schultern hängen immer noch nach vorne, aber ich sehe es nun
    aus einem anderen Blickwinkel. Seit ich Kind war, hörte ich von meiner
    Mutter immer das nervige: ‹zurück mit den Schultern!› Nun weiss ich,
    dass sie mich und meinen Körper schützen wollen. Mit diesem Ansatz
    macht es mir geradezu Spass, mich zu beobachten und gegebenenfalls
    zu korrigieren.
Ja, lieber Beat, in so kurzer Zeit durfte ich so vieles anschauen – so mühelos kam alles hoch. Du bist wirklich am richtigen Platz und ein Juwel für uns Menschen. Danke, dass es dich gibt!


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Letztes Update : 14.02.2012 02:30