Bewusst-Sein im Alltag

Wieviele Tätigkeiten führen wir tagtäglich automatisch und ohne jede Präsenz aus? Ohne Verbindung mit uns, unserem Körper, unserem Gegenüber und den Dingen, die uns umgeben? Dabei fühlen wir uns vielleicht manchmal nicht ausgefüllt, lustlos, gelangweilt, müde, uninspiriert, fremdbestimmt, einsam. Wir spüren unseren Körper schlecht und haben Mühe, unsere Ganzheit wahrzunehmen. Oft sind wir lustlos, ungeduldig, gereizt, unzufrieden, frustriert.

Unser Körper reagiert mit Verspannungen oder gar mit Krankheit. Wir suchen Zerstreuung, Ablenkung und brauchen öfters einen tollen Kick, um uns mal wieder so richtig zu spüren. Und am nächsten Tag hat uns der liebe Alltag wieder…

Dabei wollen wir doch alle nur ein und dasselbe: Mit Liebe und Freude unser Leben geniessen, lieben, berühren, um unsere Liebe, unser ganzes, bereits vollkommen in uns vorhandene Potential in die Welt zu bringen, um es mit allen und allem zu teilen!

Damit die spirituelle Praxis nicht zum schönen Kick in der wohligwarmen Tantra-Abendgruppe, zur Flucht vor der Wirklichkeit missbraucht wird, haben die alten tantrischen Meisterinnen und Meister weise das ganz normale, alltägliche Leben zur Übungspraxis erklärt! Denn unser Bewusstsein kann sich in jeder Bewegung, in jeder Handlung, in jeder Begegnung, in jeder Berührung unmittelbar offenbaren, sofern wir mit allen Sinnen in Beziehung und präsent sind.

Sobald wir spüren, wie unsere Energie aus unserem Herz hinaus in die Welt strömt, verschwindet augenblicklich diese scheinbare Trennung zwischen innen und aussen, zwischen ich und du: Die Welt berührt uns, wir berühren die Welt! Mit einem Schauer der Ergriffenheit tauchen wir plötzlich ein ins allumfassende Bewusstsein und sind im wahrsten Sinn des Wortes berührt, erfüllt von Liebe und Freude: Unser göttliches Bewusstsein strahlt mit seiner ganzen Kraft.

Das Ergebnis ist eine unglaubliche innere Entspannung: Wir schliessen Frieden mit uns und der Welt. Je öfter es uns im Alltag gelingt, in diese Entspannung einzutauchen, desto stärker und angstfreier wird unsere Verbindung zum eigenen Potential – unser Leben beginnt sich durch unsere eigene Kraft langsam zu verändern. Um diese kraftvollen Momente unmittelbar und direkt erfahren zu können, müssen wir die kontrollierende, angstbeladene Konditionierung unseres Denkens überwinden: Wir müssen den unvoreingenommen staunenden Blick des Kindes auf die Welt wiederentdecken. Wieder lernen, direkt über unsere Sinne mit der Wirklichkeit zu kommunizieren. Und das heisst vor allem Anderen: üben, üben, üben...


►‹Alles ist ein Tor...› – Interview mit Daniel Odier



►zurück zum Textanfang oben
►zurück zu spirit works?


Letztes Update : 21.04.2012 00:03